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Drei Antworten von … Dr. Alexander Wallot, Vice President Strategy der Flexcavo GmbH

Die Flexcavo GmbH ist ein junges Unternehmen, das sich mit der Digitalisierung der Baubranche beschäftigt. Das Unternehmen entwickelt ein digitales Ökosystem für die Bauindustrie, das die Nutzung der Baumaschinenflotte optimiert und CO2 spart. Die Forschungszulage ist für das im Jahr 2020 gegründete Unternehmen ein idealer Boost für ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten der nächsten Jahre. Welche Erfahrungen es dabei gemacht hat, erklärt Dr. Alexander Wallot, Vice President Strategy der Flexcavo GmbH.

Herr Dr. Wallot, wie stärkt die steuerliche Forschungsförderung die Forschung und Entwicklung Ihres Unternehmens?

Wir sind ein junges und dynamisch wachsendes Unternehmen. Mit unserer Vision der Digitalisierung der Baubranche erschließen wir Neuland. Diese Branche ist im Vergleich besonders wenig digitalisiert, unheimlich viel Potenzial wird damit liegengelassen. Hier setzen wir an und bieten ein digitales Ökosystem für Bauunternehmen. Das erhöht die Produktivität und senkt die Gesamtkosten. Unternehmen, die unseren digitalen Service nutzen, bekommen den vollen Überblick über jede einzelne ihrer Maschinen, etwa in punkto Auslastungszeiten oder zum nächsten Wartungstermin. Das ermöglicht zum einen, die Einsatzzeiten dieser Maschinen maximal effizient zu planen. Zum anderen erlaubt es umweltschädliche Handlungen, wie unnötige Leerlaufzeiten oder Verschleiß durch verpasste Wartung, zu vermeiden. Sie können sich bestimmt vorstellen, dass wir hier viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Für uns als junges Unternehmen mit Wachstumsanspruch bedeutet das auch, dass wir Investoren brauchen, die an unsere Idee glauben und uns Wagniskapital zur Verfügung stellen.

Über das Programm INVEST konnten wir bereits zwei Finanzierungsrunden initiieren. Projektförderprogramme nutzen wir dagegen nicht. Dazu fehlt uns schlicht die Personalkapazität, schließlich arbeiten wir mit voller Kraft an der Entwicklung des digitalen Ökosystems. Ich habe mich daher sehr gefreut, als ich die Steuerliche Forschungsförderung gefunden habe. Diese Maßnahme passt perfekt zu uns. Denn die Entwicklung der zugrundeliegenden Software für unser digitales Ökosystem ist sehr arbeitsintensiv und innovativ. Genau hier, bei der Entwicklung unserer Kernidee, hilft uns die Forschungszulage, indem sie uns 25 % der angefallenen Personalkosten für Forschung Entwicklung abnimmt – und das über die gesamte Laufzeit von fünf Jahren.

 

Das Antragsverfahren für die Forschungszulage soll Unternehmen eine möglichst einfache und unbürokratische Antragsstellung ermöglichen. Was sind Ihre Erfahrungen aus der Praxis?

Grundsätzlich passt das Antragsverfahren sehr gut zu uns. Denn es ist volldigital und mit relativ wenig Zeit zu bearbeiten. Wenn man wie wir das erste Mal Förderung für seine Entwicklungstätigkeiten beantragt, gibt es allerdings schon einige Schritte, die man verstehen muss. So wird die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit durch die BSFZ im Kern an den Kriterien Risiko, Neuartigkeit und Planmäßigkeit bemessen. Hier muss man in der Lage sein, präzise zu antworten, um das eigene Vorhaben mit wenigen Worten richtig darzustellen. Wenn man – wie wir – davon überzeugt ist, dass das eigene Vorhaben funktionieren wird, ist es beispielsweise erst einmal ungewohnt, darzustellen wo die Risiken des Scheiterns liegen. Genau das ist aber ein Kriterium für Forschung und Entwicklung.

 

Jetzt haben Sie alles durchlaufen, zum ersten Mal – was ist Ihr Fazit?

Das Forschungszulagengesetz ist für uns ein Segen. Dank der Bescheinigung der BSFZ wissen wir, dass unsere Entwicklungstätigkeiten über die nächsten Jahre sicher gefördert werden. Das sendet ein positives Signal in den Markt. Nicht nur, dass wir über die nächsten Jahre staatlich gefördert werden, sondern mit der Bescheinigung durch die BSFZ können wir auch zeigen, dass wir staatlich geprüft Forschung und Entwicklung betreiben. Das ist ein weiterer Beleg für unseren langfristigen Anspruch uns erfolgreich am Markt zu etablieren.